Die Heilwirkung der Bibernelle

Die Bibernelle, auch Bock- oder Pfefferwurz genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler und hat einen kantig gefurchten Stängel. Für Heilzwecke wird sowohl die kleine als auch die große Bibernelle verwendet. Die Blüten sind in Dolden angeordnet die aus je 10-15 Döldchen bestehen. Die Blütenfarbe ist weiß, gelblich oder rosa. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit 3-5 Fiederpaaren. Die Endblätter sind leicht 3-teilig und der Blattrand ist gezähnt oder gelappt.

Verwendete Teile:
Von der Bibernelle verwendet man die Wurzel. 

Anwendung:
Die Wurzel der Bibernelle ist ein Breitbandantibiotikum, welches für jede Art von bakteriellen Entzündungen geeignet ist. 

Verarbeitung der Wurzel in Tinkturform:
Die Wurzel wird gewaschen, aufgeschnitten und dann in 96-prozentigem Alkohol angesetzt. (Verhältnis: 1 lt. Alkohol – 100 gr. frische Wurzel). Nach einer einmonatigen Stehzeit ist die Tinktur einnahmebereit.

Verarbeitung der Wurzel in Frisch- oder Trockenform:
Die Wurzel wird gewaschen, aufgeschnitten und kann entweder in frisch gekaut oder auf Vorrat auch getrocknet werden.

Anwendung bei verschiedenen Beschwerden: 

Augenentzündungen:
Bei eitrigen Augen wird ein Tee vom gelben Augentrost (Christ Augentrost) gemacht. Ein Stück Watte oder ein Stück Baumwolltuch wird im Tee getränkt und mehrmals täglich für 10 Minuten auf das geschlossene Auge aufgelegt. Da eine eitrige Entzündung vorwiegend bakterielle Ursachen hat, wird parallel die Bibernellewurzeltinktur eingenommen. 1 Esslöffel Bibernelletinktur wird in ¼ Liter Wasser gegeben und über den Tag verteilt schluckweise getrunken.

Mandelentzündung:
Um eine Mandelentzündung komplett abzuheilen und eventuelle spätere Entzündungen auszuschließen, kaut und schluckt man 30 Tage lang ein Stück der getrockneten Bibernellewurzel. Bei einer akuten Mandelentzündung sollte mehrmals täglich ein Stück der getrockneten Bibernellewurzel gekaut und geschluckt werden. Außerdem sollte für 30 Tage 1 Schnapsglas Apfelessig mit 1 Glas Wasser vermischt morgens auf nüchternem Magen getrunken werden.

Bronchitis:
Bei Bronchitis werden Eibischwurzel- und Bibernellewurzeltinktur gemischt. Von dieser Tinkturmischung gibt man 2 Esslöffel in einen ½ l Wasser und trinkt immer wieder, über den Tag verteilt, einen Schluck. Der Abstand der Einnahme sollte jedoch nicht mehr als 2 Stunden betragen.

Halsinfekte:
Bei jeder Art von Halsinfekt hilft das Kauen eines kleinen Stücks der Bibernellewurzel (Trocken- oder Frischform).

Kehlkopfentzündung:
Die Einnahme von 3-mal täglich 20 Tropfen der zu gleichen Teilen vermischten Ringelblumen- und Odermenningtinktur lindert die Symptome. Zudem wird alle 2 Stunden ein Stück Bibernellewurzel gekaut.

Stirnhöhleneiterung:
Bei einer Stirnhöhleneiterung wird zusätzlich zur Inhalation mit der Akeleiblütentinktur auch die Bibernelletinktur eingenommen und zwar gibt am 1 Esslöffel Tinktur in ¼ lt. Wasser und trinkt dies über den ganzen Tag verteilt schluckweise.

Blasenentzündung:
Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten 2-3 Tassen Bärentraubenblättertee (falsche Preiselbeere) getrunken werden. Die Bärentraube wirkt antibakteriell und kurbelt die Wasserausscheidung an. Parallel dazu sollte die Bibernellewurzeltinktur eingenommen werden. 2 Esslöffel der Tinktur werden mit einem halben Liter Wasser verdünnt und, über 2 Tage verteilt, mindestens alle 2 Stunden schluckweise getrunken. 

Weiters kann die Bibernellewurzel auch in eine Hustenhonigpulvermischung oder in einem antibiotisch wirksamen Essig eingearbeitet werden.