Wenn wir unsere Heilmittel zu Lebensmitteln machen,

 stärken wir unser Immunsystem am wirksamsten.

Gottfried Hochgruber

Der Meerrettich

Der Meerrettich ist eine ausdauernde winterharte Pflanze, die in jedem Kräutergarten angepflanzt werden sollte. Der Meerrettich, der auch als „Penicillin der armen Leute“ bezeichnet wird, ist ein natürliches Antibiotikum, hat aber auch eine antivirale und pilzhemmende Wirkung. Der Meerrettich ist reich an Senfölglykosiden, die ihm den scharfen und etwas bitteren Geschmack geben. Auch der hohe Vitamingehalt ist beachtlich, neben B-Vitaminen sind in 100 g Meerrettich ca. 114 mg Vitamin C enthalten. Die Zitrone hat im Vergleich nur ca. 50 mg Vitamin C. 

Vom Meerrettich wird vorwiegend die ungeschälte Pfahlwurzel, die die stärkste Heilkraft und das kräftigste Aroma hat, verwendet. Aber auch die jungen Blätter kommen in der Kräuterküche zum Einsatz. Sie sind sehr schmackhaft und geben Salaten eine pikante und gesunde Würze. 

Gerade in der kalten Jahreszeit stärkt der Meerrettich unser Immunsystem auf eine natürliche Art und Weise und wirkt vorbeugend gegen Infekte und Erkältungen. Daher sollte der Meerrettich immer wieder geringdosiert, am besten in Rohform, gegessen werden.

Außerdem regt der Meerrettich den Stoffwechsel und die Verdauung an, er fördert die Durchblutung und eliminiert Darmparasiten.

In Tinkturform ist der Meerrettich in Kombination mit der Kapuzinerkressetinktur ein wirksames Mittel bei einer Blasenentzündung. Das Mischverhältnis besteht aus 10 % Meerrettichtinktur und 90 % Kapuzinerkressetinktur. Es werden 5 x täglich 50 Tropfen der Tinkturenmischung, mit etwas Wasser vermischt, eingenommen.

Ernte und Lagerung 

Die Wurzel des Meerrettichs sollte immer in Monaten, die den Buchstaben „R“ enthalten, geerntet werden.

Die Wurzeln lassen sich gut einlagern. Die unzerteilten Wurzeln werden gewaschen, in eine flache Kiste mit Sand gegeben und mit weiterem Sand abgedeckt. Die Lagerung sollte kühl und dunkel erfolgen.

Die Wurzeln lassen sich gut tiefkühlen, auch wenn sie etwas an Schärfe verlieren. Die noch gefrorene Wurzel kann mit einem Reibeisen aufgerieben werden.

Der Meerrettich kann aber auch getrocknet und in Pulverform über die Speisen gestreut werden. Auch als Meerrettichsalz, Meerrettichessig und Meerrettichöl erfolgt eine stetige Aufnahme der wirksamen Inhaltsstoffe.

 

Tinktur zur Stärkung des Immunsystems und zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten 

10 g Meerrettichwurzel

100 ml 95-prozentiger Alkohol 

Die Wurzeln werden gewaschen, zerkleinert und für 1 Monat in Alkohol angesetzt. Die Tinktur kann anschließend abgeseiht werden und ist gebrauchsfertig. 

Einnahme: 3 x 10 Tropfen für 21 Tage

 

Meerrettich-Hustenhonig 

2 EL fein geriebener Meerrettich

6 EL Honig 

Auch als Hustenmittel hat sich der Meerrettich bewährt. Der Meerrettichhonig löst festsitzenden Schleim und erleichtert das Abhusten. Er verschafft jedoch auch bei einem trockenen Reizhusten Linderung. 

Man vermischt 2 EL fein geriebenen Meerrettich mit 6 EL Honig und lässt diese Mischung einige Stunden ziehen. 

Einnahme: Es kann 2-3 x täglich ½ TL davon eingenommen werden.